Neuer Tarifvertrag - Verbesserte Ausbildungschancen für Jugendliche
02.06.2008 um 17:09 Uhr
 

Metall- und Elektroindustrie fördert Berufsstart

IG Metall und Arbeitgeber gemeinsam gegen Jugendarbeitslosigkeit

Gelsenkirchen / Emscher-Lippe. Mit dem erstmals geschlossenen „Tarifvertrag zur Förderung von Ausbildungsfähigkeit“ eröffnen die Tarifpartner der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen seit dem 1. April 2008 einen neuen freiwilligen Weg zur Berufsausbildung in der Metall- und Elektroindustrie. Das Angebot richtet sich an solche Jugendliche, die aus unterschiedlichen Grün-den den Anforderungen der Berufsausbildung in der Metall- und Elektroindustrie nicht entsprechen und gibt ihnen eine Chance.
Dies teilten der neue 1. Bevollmächtigte der IG Metall Gelsenkirchen, Robert Sadowsky, und der Ge-schäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Eisen- und Metallindustrie Emscher-Lippe, Dr. Christopher Schmitt, anlässlich der Vorstellung des Tarifwerkes am Montag im Industrie-Club mit. Sadowsky hatte in seiner früheren Funktion als Tarifsekretär der IG Metall Bezirksleitung Nordrhein-Westfalen auf Gewerkschaftsseite maßgebend an dem Tarifabschluss mitgewirkt.
Schulabgänger und Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag erhalten die Möglichkeit einer bis zu einjäh-rigen Förderung vor einer Ausbildung in Metall- und Elektroberufen. Die Fähigkeit der Jugendlichen zur Ausbildung wird durch aktive Mitarbeit und Integration in dem Betrieb verbessert. Sie können Pra-xiserfahrungen und notwendige Schlüsselqualifikationen erwerben, um anschließend die Anforderun-gen einer Berufsausbildung zu erfüllen. Die Berufskollegs begleiten die Förderphase mit einem speziel-len Bildungsgang, um schulische Defizite abzubauen und soziale Kompetenzen zu stärken. Nach er-folgreicher Förderphase schließt sich die Ausbildung im Betrieb an. Die Entscheidung, ob die Förder-phase erfolgreich war, treffen Arbeitgeber und Betriebsrat gemeinsam.
Vorteil für die Unternehmen: Sie können die Potenziale sowie die Leistungs- und Lernbereitschaft der Jugendlichen über einen längeren Zeitraum kennen lernen und aktiv fördern.
Vorteile für die Jugendlichen: Sie werden gezielt unterstützt und erhalten so einen Einstieg in die Aus-bildung sowie in die praktische Arbeit im Berufsfeld. In der Förderphase wird ein Entgelt gezahlt, das zwischen 75 % und 90 % der Ausbildungsvergütung im 1. Lehrjahr liegt.




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