|
|
|
|
 |
 |
 |
 |
| "Im Ton ein Tiefschlag" |
26.06.2008 um 10:27 Uhr |
|
 |
 |
 |
 |
| |
Arbeitgeberverbände kritisieren Vorgehen der IG Metall in ihrem Kampf für eine Anschluss-Regelung der Altersteilzeit.
Vor der nächsten Verhandlungsrunde über die Zukunft der Altersteilzeit am Freitag melden sich die Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe zu Wort – und zeigen sich „befremdet" über die IG Metall. Mit ihren Äußerungen zur Altersteilzeit ignoriere sie nicht nur „klare demografische Zusammenhänge", sondern heize den Konflikt „unnötig emotional auf", meint Verbandschef Christopher Schmitt.
Hintergrund: Ende 2009 laufen die Tarifverträge aus, und die IG Metall kämpft für eine Anschluss-Regelung der Altersteilzeit. Bei einem Warnstreik forderte der Erste Bevollmächtigte Robert Sadowsky zuletzt einen Anspruch auf Altersteilzeit weiter für alle Beschäftigte. Dass nach den Vorstellungen der Arbeitgeber künftig nur noch stark belastete Beschäftigte die Altersteilzeit nutzen sollen, will er nicht akzeptieren. Der betrieblichen Verwertung folge „die Übergabe in die Entsorgung", schimpfte Sadowsky – und fragte: „Was ist das für ein schäbiges Menschenbild?"
Diese Worte, entgegnet Schmitt, seien „in der Sache nicht nachvollziehbar" und „im Ton ein Tiefschlag". Auch bei Meinungsverschiedenheiten, betont der Arbeitgeberchef, solle man „sachlich und fair" bleiben können.
Wenn immer weniger junge Beschäftigte immer mehr Rentner finanzieren sollen, führe an einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit und damit an der Rente mit 67 Jahren kein Weg vorbei, meint Schmitt. Nicht zuletzt gewinne das Know-how der Älteren in den Betrieben zunehmend an Bedeutung. Der von der IG Metall geforderte „allgemeine Anspruch" auf die „teure Frühverrentung" laufe diesen Erkenntnissen jedoch zuwider.
Die Arbeitgeberseite sei der Gewerkschaftsforderung mit dem Angebot der Sonderregelung für stark belastete Beschäftigte bereits „in einem zentralen Punkt entgegengekommen". Nun gelte es, zu einem Ergebnis zu kommen. Denkbar sei bei einer Anschluss-Regelung der Altersteilzeit auch eine Beteiligung der Arbeitnehmer. M.M.
|
WAZ, 26.06.2008
|
|
|