Personal wurde nur selten getauscht
26.07.2010 um 15:08 Uhr
 

Die fünf Metall-Arbeitgeberverbände im Ruhrgebiet („arbeitgeber ruhr“) und die IG Metall NRW haben vor einem halben Jahr einen Tarifvertrag zur Arbeitnehmerüberlassung abgeschlossen. Den rund 350 tarifgebundenen M+E-Mitgliedsunternehmen von „arbeitgeber ruhr“ wurde damit die Möglichkeit eingeräumt, Arbeitskräfte auszutauschen oder auszuleihen. Nun ziehen die Tarifpartner Bilanz und stellen fest, dass nur vereinzelt Fachkräfte ausgetauscht wurden.

„Zum Glück“, sagen einstimmig Heinz Stupp, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Eisen- und Metallindustrie Emscher-Lippe und Robert Sadowsky, IG Metall Gelsenkirchen. „Wir haben ein Instrument geschaffen, das die negativen Auswirkungen der Konjunkturkrise auf die Beschäftigung abmildern sollte. Personalaustausch ist allemal besser als Entlassungen.“

Das Interesse bei den Unternehmen war groß
Nach Abschluss des Tarifvertrages im Dezember 2009 war das Interesse bei den Unternehmen groß. Die beiden Informationsveranstaltungen waren mit rund 200 Verantwortlichen gut besucht. Lediglich zehn Firmen haben sich schließlich in der arbeitgeber ruhr Datenbank registriert. Die Möglichkeit zum Personalaustausch nutzten dann nur zwei Unternehmen.

Der große Fachkräfteverleih ist ausgeblieben – und gerade das werten die Sozialpartner als Erfolg: „Die Unternehmen mussten auf dieses Instrument nicht zurückgreifen, denn sie konnten den Auftragsrückgang über Kurzarbeit abfangen“, so Stupp. Dennoch waren die Rückmeldungen aus den Unternehmen durchweg positiv: Dass Unternehmen wie Beschäftigten ein Gefühl von Sicherheit vermittelt wurde, sei das richtige Signal gewesen.

Auch in Zukunft rechnen die Tarifpartner nicht mit verstärktem Personaltausch. Sie gehen davon aus, dass die Kurzarbeit bis Ende 2010 um bis zu 90 Prozent zurückgehen wird.

WAZ, 26.07.2010 / Lokales






  © 2008 Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe Zeppelinallee 51 45883 Gelsenkirchen info@arbeitgeber-emscher-lippe.de